„Kinder werden für das ganze Leben gestärkt“

Im Rahmen der Feier zum 30-jährigen Bestehen wurde der KiTa im Familienzentrum Stadtmitte auch das Papilio-Zertifikat überreicht

PLETTENBERG _ Es war ein feierlicher Tag für alle Beteiligten: Die KiTa im Familienzentrum Stadtmitte konnte jetzt nicht nur ihren 30. Geburtstag feiern – die Erzieherinnen der KiTa haben mittlerweile auch drei Jahre Schulung im Präventionsprogramm Papilio erfolgreich hinter sich gebracht.

Und wer hätte die Erzieherinnen wohl nun besser ausbilden und die Lehrinhalte vermitteln können, als ausgebildete Sozialarbeiter der ›DROBS‹ (Drogenberatungsstelle): Helmut Wehn und René Sadowski von der ›DROBS‹ Iserlohn haben in dreieinhalb Jahren die Damen geschult und begleitet. Die Kosten hatte dankenswerter Weise die Barmer GEK, seit 2006 der Präventionspartner in NRW, übernommen. Axel Chiduck, örtlicher Vertreter der Barmer GEK, freut sich über die spielerische Art und Weise, mit der den Kindern das notwendige Rüstzeug gegen Sucht und Gewalt mitgegeben wird. René Sadowski, der auch ein Grußwort von Heidi Scheer (erste Vorsitzende von Papilio in Augsburg) überbrachte, ergänzte: „Papilio unterstützt Erzieher und Eltern dabei, erste Verhaltensauffälligkeiten im Kindergartenalter zu reduzieren.“ Gabi Hoffmann, Leiterin der KiTa, konnte nur beipflichten: „Kinder, die von klein auf lernen, mit Gefühlen umzugehen und Konflikte zu bewältigen, werden für das ganze Leben gestärkt.“ Helmut Wehn, der mittlerweile dienstlich nach Augsburg gewechselt ist, unterstrich, dass er von der Suchtprävention von Papilio vollkommen überzeugt sei. Er erinnerte an die erste, eindrucksvolle Vorstellung der Augsburger Puppenkiste in 2013 und betonte, dass eine gute Suchtprävention nur in Zusammenarbeit mit dem Jugendamt der Stadt geleistet werden könne. Stolz nahmen die Erzieherinnen und Kinderpflegerinnen Ina Appel, Natalie Crispien, Melanie Eckstein, Uschi Gottschlich, Gabi Hoffmann, Damaris Keune, Ricarda Mathies, Sandra Meyer, Petra Möwes, Aliye Özdemir, Melani Pintavalle und Sabine Sauer ihre Urkunden aus den Händen von Sadowski unter dem Beifall der Anwesenden entgegen.

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René Sadowski (re.) übergab die Papilio-Zertifikate an die Erzieherinnen der KiTa. _ Fotos: H. Damschen

Was ist nun eigentlich Papilio? Papilio ist eigentlich ein Schmetterling und der Name des Falters wurde zum Synonym für ein Präventionsprogramm für Kinder im Frühkindalter (drei bis sieben Jahre). Es soll die Kinder sozial-emotional stärken, damit sie sich psychosozial gesund entwickeln können. Somit würden sie bereits im Kindergartenalter das Rüstzeug gegen Verhaltensprobleme, Sucht und Gewaltverhalten erhalten – für das spätere selbstbestimmte und eigenverantwortliche Leben. Die Kinder haben Papilio über drei wichtige Wege kennengelernt: Beim ›Spielzeug-macht-Ferien-Tag‹ blieben die Spielzeuge in den Kisten. Die Kinder lernten, sich mit sich selbst und mit den anderen zu beschäftigen. Das ›Meins-deins-deinsunser-Spiel‹ unterstützte die Kinder beim Erlernen und Einhalten sozialer Regeln. Schreien und Gewalt würden beispielsweise reduziert und die Kinder würden andere und bessere Wege zur Erreichung von Zielen, auch in der Gruppe, kennenlernen. Über ›Paula und die Kistenkobolde‹ der Augsburger Puppenkiste haben die Kinder gelernt, auf Emotionen der anderen zu achten. Das soziale Verhalten würde dadurch gestärkt.

In Plettenberg werden derzeit die Erzieherinnender KiTa Oesteral von Papilio geschult. Die KiTa Eschen hat sich ebenfalls zur Ausbildung angemeldet. Ein Aufwand, der neben der regulären Arbeit in den KiTas für unseren Nachwuchs geleistet wird. Beeindruckt und erfreut über den Einsatz und Erfolg zeigten sich, wie auch Besucher und Eltern, Bürgermeister Ulrich Schulte und Jugendamtsleiter Hans- Peter Kapitain, die Gabi Hoffmann und ihrem Team herzlich dankten und gratulierten.

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Quelle: Süderländer Tageblatt vom 4. November 2016 / H.Damschen

 

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