Fortbildung zur Frühintervention

Erste MOVE- Schulung im MK

Drobs MK und Kreisjugendamt wollen mit suchtgefährdeten Jugendlichen im Gespräch bleiben

Wie bleibe ich mit Jugendlichen im Gespräch, deren Genuss von Alkohol oder anderen Drogen auffällige Züge annehmen? Das ist die Ausgangsfrage der Fortbildung „Move – Motivierende Kurzintervention bei konsumierenden Jugendlichen“, die Evelin Schöffer von der Jugendförderung des Märkischen Kreises gemeinsam mit René Sadowski von der Anonymen Drogenberatung Iserlohn (Drobs) in der kreiseigenen Jugendbildungsstätte in Lüdenscheid anbieten. Die ersten Teilnehmerinnen der von der Landeskoordinierungsstelle für Suchtvorbeugung NRW (GINKO, Mühlheim) entwickelten und zertifizierten dreitägigen Fortbildung kamen aus Jugendzentren, Schulen, der Familienarbeit, der Drogenberatung und der Jugendgerichtshilfe.

Viele haben die Erfahrung gemacht, dass Jugendliche bei Gesprächen mit drohendem Zeigefinger und bei langen Gardinenpredigten schnell dicht machen. Oft gehören Erfahrungen mit Alkohol und illegalen Drogen für Jugendliche zum Alltag. Aber auch wenn der Umgang mit Drogen schon über das normale „Experimentieren“ hinausgeht, entwickeln sie selten ein Problembewusstsein. Sie nehmen Risiken nicht wahr, halten sich selbst nicht für suchtgefährdet und wollen Hilfe in einer Drogenberatungsstelle nicht in Anspruch nehmen. In der Fortbildung erhalten die Teilnehmer Anregungen, um Jugendlichen ein alltagsnahes Gespräch anzubieten.

Für Evelin Schöffer und René Sadowski ist die Motivierende Kurzberatung ein viel versprechendes Konzept auf der Suche nach wirksamen Präventionsstrategien. Die Gespräche finden auf Augenhöhe statt und bleiben vertraulich. „Wichtig ist es, den Jugendlichen ernst zu nehmen, seine Auffassungen und Ziele zu respektieren. Aus den Interessen des Jugendlichen, kann der Gesprächspartner dann Motivationsgründe zur Verhaltensänderung herleiten“, erklärt Sadowski. Es gehe auch darum,  destruktive Energie des Jugendlichen in positive umzuwandeln“, ergänzt Schöffer.

„MOVE“ thematisiert sowohl die Frage, wie sehr eine Person motiviert ist, Hilfe oder Beratung zu suchen oder ihr Verhalten zu ändern als auch die Frage, welche Strategien wann angebracht sind. Bei der Fortbildung folgen die Theorie praktische Übungen und Rollenspiele, in denen die verschiedenen Strategien der Gesprächsführung eingeübt werden.

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Die Seminarleiter Evelin Schöffer und René Sadowski erklären die unterschiedlichen Motivationsstadien. Foto: Erkens

Quelle: Lüdenscheid Nachrichten vom 10.12.2016

 

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