Suchtvorbeugung mit Auszubildenden

Zielgruppenorientierte Suchtprävention im Betrieb: Auszubildende

Häufig werden Präventionsmaßnahmen auf die Besonderheiten und Bedarfe bestimmter Zielgruppen zugeschnitten. Die Erfolgsaussichten der Prävention werden erhöht, wenn die vermittelten Botschaften und die angewandten Methoden sich an den Lebenswelten der Zielgruppe orientieren. Ein großer Teil zielgruppenorientierter Präventionsmaßnahmen richtet sich an Jugendliche.

Die Gründe sind vielfältig: es wird berücksichtigt, dass in ihrer Jugendzeit viele Menschen Grenzen austesten und dabei mit dem Konsum psychotroper Substanzen (legaler wie illegaler) experimentieren. Auch der Grundstein für spätere Konsummuster und -gewohnheiten wird maßgeblich in der Jugendzeit gesetzt. Weiterhin orientieren sich Jugendliche stark an ihrer Peer-Group, also gleichaltrigen und Gleichgesinnten. Der Konsum ist daher oft mit einem gewissen Gruppendruck verbunden. Diese Orientierung an der Gruppe kann sich die Prävention auf der anderen Seite aber auch zu Nutze machen. Genau daran setzen viele zielgruppenorientierte Präventionsmaßnahmen für Jugendliche an.

Auch betriebliche Suchtprävention kann sich in zielgruppenorientierten Maßnahmen an Jugendliche und junge Erwachsene richten. Häufig werden solche Maßnahmen für die Arbeitnehmergruppe der Auszubildenden entwickelt. Während der Ausbildung sind viele Jugendliche und junge Erwachsene durch den Betrieb oder die Berufsschule als Gruppe zu erreichen, und die Informationsvermittlung über riskantes Verhalten, Suchtmittel und -probleme lässt sich in den Kontext der Ausbildung und des Lernens gut integrieren.

Informationen über Risiken

Jugendliche werden generell schlecht für eine Abschreckpädagogik und die Verteufelung von Suchtmittelkonsum zu erreichen sein.

Erfolgversprechend ist dagegen, keine unrealistischen Abstinenzforderungen aufzustellen und eine realistische Einschätzung der Konsequenzen zu vermitteln. Verbindliche betriebliche Regelungen (auch ein Konsumverbot im Betrieb aus Arbeitssicherheitsgründen) werden zuverlässiger eingehalten, wenn deren Sinnhaftigkeit verinnerlicht ist. In Verbindung mit dem Aufzeigen alternativer Verhaltensoptionen und dem Fördern der Risiko- und Handlungskompetenzen ist die realistische Information über Risiken als Präventionsmaßnahme erfolgversprechend. Die Förderung der persönlichen Risikokompetenz lässt das Spektrum der Handlungs- und Lebenskompetenzen erweitern. Risiken werden im Rahmen der Suchtprävention als Teil der Entwicklung betrachtet. Dabei wird nicht vorrangig versucht die Anzahl an Konsumsituationen zu reduzieren, sondern das bestmögliche gesundheitskompetente Verhalten innerhalb der Situation zu erreichen. Für einen Zugang zu diesen und zukünftigen Situationen, müssen Jugendliche persönliche Lebenskompetenzen entwickeln sowie ihre Erfahrungen offen kommunizieren können. Die wechselseitige und damit gleichzeitige Förderung von Risiko- und Handlungskompetenz trägt dazu bei, dass auf der einen Seite über Risiken informiert wird und man sich auf der andern Seite über alltägliche Vernunft und über vergangene und zukünftige Risikosituationen austauscht.

Ziele einer Präventionsstrategie für Auszubildende

– Relevante Botschaften, die die Empfänger interessieren und für ihre Lebens- und Handlungssituation bedeutsam sind, sind durch für die Empfänger relevante und glaubwürdige Bezugspersonen kommuniziert
– Die Risikowahrnehmung und Risikokompetenz der Adressaten wird durch sachgerechte Aufklärung, die die Jugendkultur zur Kenntnis nimmt, Panikmache vermeidet, ohne erforderliche Risikoinformation nicht unterschlägt, gesteigert
– Stützende und grenzsetzende Aktivitäten als Leitlinie für Interventionsmaßnahmen sind ausbalanciert
– Handlungs- und entscheidungsrelevante Umgebungsbedingungen sind den Erfordernissen angepasst

Was bei Suchtproblemen eines Auszubildenden zu tun ist und welche Beratungs- und Behandlungsangebote es gibt, erfahren Sie von uns.

Kontakt:

Stefan Tertel
Geschäftsführer
Diplom – Sozialarbeiter
Sozial-/Suchttherapeut
Sozialmanagement M.A.

Telefon: 02371 / 29 77 7
E-Mail: Geschaeftsfuehrung@drobs-mk.de